Mieterhöhung: Balkon mit hoher Lärmbelastung rechtfertigt keine höhere Miete

Das Amtsgericht Schöneberg entschied im Oktober 2014, dass ein Balkon an einer Straße mit hoher Lärmbelastung, vom Vermieter nicht als den Wohnwert erhöhendes Merkmal bei einer Mieterhöhung herangezogen werden kann.

Ein Vermieter hatte seinen Mieter auf Zustimmung zu einer Mieterhöhung verklagt.
Die Mietwohnung war u. a. mit zwei Bädern ausgestattet und verfügte somit über zwei Toiletten. In einem Bad befand sich eine Dusche. Die zur Wohnung gehörigen Balkone befanden sich jedoch an der Straßenseite.

Der Mieter machte geltend, dass die Balkone wegen des Straßenlärms nicht nutzbar wären. Aus diesem Grund hatte er der Mieterhöhung nicht in voller Höhe zugestimmt. Denn der Mieter hatte die beiden Balkone als den Wohnwert erhöhende Merkmale angesetzt.

Das Gericht entschied zu Gunsten des Mieters, dass die Balkone nicht als den Wohnwert erhöhende Merkmale zu Gunsten des Vermieters anzusehen waren. Da diese an einer lauten Straße lagen, waren sie nicht zum Aufenthalt von Menschen geeignet. Die Mieterhöhung war somit nicht in der vom Vermieter geltend gemachten Höhe gerechtfertigt (AG Schöneberg, Urteil v. 16.10.14, Az. 107 C 434/12).

Quelle: Vermieter-Telegramm, 30.04.2015. Das Vermieter-Telegramm ist ein wöchentlicher E-Mail-Newsletter von gevestor-immobilien.de