Vergessen Sie nicht ihr Sonderkündigungsrecht im selbstbewohnten Zweifamilienhaus

Viele Mieter wissen es nicht und Vermieter vergessen ist gelegentlich. Leben Sie als Vermieter in einem Zweifamilienhaus und vermieten Sie die andere Wohnung, hat der Mieter keinen Kündigungsschutz mit Ausnahme einer verlängerten Kündigungsfrist. Sie benötigen für den Fall der Kündigung also keinen Kündigungsgrund, wie beispielsweise Eigenbedarf.

In dem Fall des Bundesgerichtshofs ging es um die Frage, ob ein Zweifamilienhaus oder Dreifamilienhaus vorlag (Urteil vom 18.02.2015, Az.: VIII ZR 127/14). Der Vermieter wohnt im Erdgeschoss, die Dachgeschosswohnung war vermietet.

Allerdings gab es im Dachgeschoss ein weiteres kleines Apartment. Dieses war ursprünglich vermietet und im Anschluss an die letzte Vermietung nutzte der Eigentümer es als Arbeitszimmer. In den letzten Jahren war es an das vom Vermieter betriebene Unternehmen vermietet.

In diesem Fall sagten die Richter, dass eindeutig kein Zweifamilienhaus vorliegen würde, sondern ein Gebäude mit drei selbständigen Wohneinheiten. Damit war der für Vermieter sehr günstige Ausnahmetatbestand des Zweifamilienhauses nicht mehr gegeben. Für eine Kündigung musste der Vermieter einen Grund nachweisen – ein sehr schwieriges Unterfangen!

Also: Vorsicht, wenn Sie aus einem Zweifamilienhaus ein Dreifamilienhaus durch Umbaumaßnahmen, Anbaumaßnahmen oder Umgestaltungen vornehmen!

Quelle: Vermieter-Telegramm, 30.04.2015. Das Vermieter-Telegramm ist ein wöchentlicher E-Mail-Newsletter von gevestor-immobilien.de